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Warum die Reihenfolge deiner Behandlung darüber entscheidet, ob dein Schmerz heilt oder sich im Gehirn festsetzt.

Stell dir vor, du willst morgens duschen – aber du ziehst dir erst die frischen Kleider an, bevor du unter die Dusche steigst. Klingt absurd, oder? Bei fast allem im Alltag wissen wir intuitiv: Die richtige Reihenfolge der Schritte entscheidet über das Ergebnis.

In der Medizin gilt das erst recht. Kein Chirurg würde nähen, bevor der Eingriff abgeschlossen ist. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar – sie ist Teil des Ergebnisses.

Bei Rückenschmerzen denken viele Menschen anders. Hier wird genommen, was gerade verfügbar ist: ein Schmerzmittel heute, sechs Physiotherapie-Sitzungen in drei Monaten, zwischendurch Warten, dann ein neuer Therapeut von vorne. Was dabei in deinem Körper passiert, ist weniger bekannt – und viel folgenreicher als die meisten ahnen.

Das eigentliche Problem: Nicht der Rücken, sondern das Gehirn

Schmerz ist keine simple Meldung aus dem Gewebe. Er ist eine Interpretation deines Gehirns – eine Schutzreaktion, die entschieden wird auf Basis von Signalen aus dem Körper, Erfahrungen, Erwartungen und dem Zustand deines Nervensystems.

Wenn Rückenschmerzen über Wochen und Monate unstrukturiert behandelt werden – mal besser, mal schlechter, ohne klaren Fortschritt – lernt dein Nervensystem etwas Fatales: Es beginnt, Schmerz als Normalzustand zu speichern. Die Nervenbahnen, die Schmerzsignale weiterleiten, werden immer empfindlicher. Irgendwann löst schon ein minimaler Reiz eine maximale Schmerzreaktion aus.

Diesen Zustand nennt man zentrale Sensitivierung. Und er ist der häufigste Grund, warum aus akuten Rückenschmerzen chronische werden.Nicht weil der Rücken grundsätzlich kaputt ist. Nicht weil du Pech hast. Nicht wegen der Matratze, der Körperhaltung oder fehlender Nährstoffe – auch wenn diese Faktoren eine Rolle spielen können. Sondern weil ein Heilungsprozess, der immer wieder unterbrochen, neu gestartet und ohne roten Faden durchgeführt wird, das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft hält.

Zentrale Sensitivierung

Unter zentraler Sensitivierung versteht man eine erhöhte Erregbarkeit des zentralen Nervensystems – also von Rückenmark und Gehirn – als Reaktion auf anhaltende Schmerzreize.

Normalerweise ist Schmerz ein zeitlich begrenztes Warnsignal: Gewebe ist verletzt, der Körper schützt es, die Heilung setzt ein, der Schmerz lässt nach. Bei zentraler Sensitivierung bleibt das System jedoch in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft, auch wenn die ursprüngliche Verletzung längst abgeklungen ist.

Typische Zeichen: Schmerzen, die sich ausbreiten oder wandern; Überempfindlichkeit auf Berührung, Druck oder Bewegung; Schmerzen, die in keinem Verhältnis zur körperlichen Befundlage stehen.

Die gute Nachricht: Zentrale Sensitivierung ist kein unumkehrbarer Zustand. Das Nervensystem ist plastisch – es kann neu lernen. Voraussetzung dafür ist eine strukturierte, auf das Nervensystem abgestimmte Behandlung, die Sicherheit vermittelt statt weiterer Verwirrung.

Wissenschaftlicher Beleg: Eine aktuelle Scoping Review (Cao et al., 2025, Frontiers in Neurology) zeigt, dass chiropraktische Wirbelsäulenmanipulation messbare funktionelle Veränderungen im Gehirn von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen bewirkt – ein Hinweis darauf, dass strukturierte manuelle Therapie direkt auf die zentralnervöse Schmerzverarbeitung einwirkt. DOI: 10.3389/fneur.2025.1712320

Warum die unstrukturierte Behandlung das Problem verschlimmert

Das klassische Szenario sieht so aus: Rückenschmerzen beginnen. Der erste Weg führt zum Hausarzt. Die Fragen lauten: „Was haben Sie?“ und „Wie lange soll ich Sie krankschreiben?“ Es folgen ein Schmerzmittelrezept und eine Überweisung zur Physiotherapie.

Sechs Physiotherapie-Sitzungen, irgendwann. Dann Pause wegen Ferien. Drei Wochen Wartezeit auf den nächsten Termin beim Arzt. Zwischendurch ein Orthopädenbesuch der schon vor Monaten gebucht wurde, eventuell ein Röntgenbild. Drei verschiedene Therapeuten, die nichts voneinander wissen. Mal Schmerzmittel, mal nicht. Mal Bewegung, mal Schonung.

Das Ergebnis: Dein Körper und dein Nervensystem sind verwirrt. Nicht weil die einzelnen Maßnahmen falsch sind oder die einzelnen Fachleute keine Ahnung haben, was sie tun. Sondern weil ein Flickenteppich aus guten Einzelmaßnahmen ohne gemeinsamen Plan das Nervensystem nie zur Ruhe kommen lässt – und genau das kann der Nährboden für chronischen Schmerz sein.

Dazu kommt ein zweiter, oft unterschätzter Faktor: die Sprache, in der Befunde erklärt werden. Viele Patienten verlassen eine Untersuchung mit Sätzen im Kopf wie: „Ihre Bandscheibe ist verschlissen“, „Das ist altersbedingt“, „Da kann man nicht mehr viel machen“ oder „Sie müssen damit leben.“ Diese Aussagen sind oft medizinisch korrekt – und trotzdem senden sie dem Nervensystem eine unmissverständliche Botschaft: Gefahr. Keine Lösung. Kein Ausweg.

Die Forschung nennt diesen Effekt Nocebo: Worte, die Schmerz nicht lindern, sondern verstärken – weil sie Bedrohung signalisieren statt Sicherheit. Ein Nervensystem, das dauerhaft Alarmsignale empfängt, lernt, wachsamer zu werden. Nicht aus Schwäche, sondern weil es genau das tut, wofür es gebaut ist: schützen. Eine lösungsorientierte Erklärung der Befunde – was ist da, was bedeutet es, was lässt sich tun – ist deshalb kein nettes Extra, sondern Teil der Behandlung.

Genau so können chronische Schmerzen entstehen.

Die gute Nachricht: Chronischer Schmerz ist kein Schicksal

Wenn du verstehst, wie chronischer Schmerz entstehen kann, verstehst du auch, wie du ihn verhinderst – oder sogar umkehrst. Das Nervensystem ist immer lernfähig. In jedem Alter. Es hat durch den bisherigen Behandlungsverlauf gelernt, Alarm zu schlagen. Es kann auch wieder lernen, Sicherheit zu empfinden.

Der Schlüssel dazu ist eine Behandlung mit klarer Struktur und konsequenter Abfolge. Nicht möglichst viele Maßnahmen. Nicht alle gleichzeitig. Nicht viel hilft viel. Nicht 'was von alleine kommt, geht auch von alleine wieder'. Sondern die richtigen Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge.

Die Reihenfolge, die funktioniert

Bevor wir zu den einzelnen Schritten kommen, lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und zu fragen: Was ist eigentlich das Ziel jeder Behandlung – egal ob Chiropractic, Physiotherapie, Medikament oder Operation?

Die Antwort ist immer dieselbe: die bestmöglichen Bedingungen schaffen, damit dein Körper sich selbst helfen kann.

Das ist keine romantische Vereinfachung. Es ist die einzige sinnvolle Funktion jeder Art von Heilkunde. Kein Therapeut und kein Medikament heilt dich – sie schaffen Voraussetzungen, unter denen dein Körper das tut, was er ohnehin kann: regenerieren, anpassen, stabilisieren.

Die richtige Reihenfolge der Maßnahmen entscheidet darüber, ob diese Voraussetzungen entstehen – oder ob sie immer wieder zunichte gemacht werden.

In meiner Praxis folge ich einem klaren Behandlungsablauf – nicht aus Sturheit, sondern weil diese Abfolge auf Anatomie, Neurophysiologie und über 20 Jahren Erfahrung basiert.

Schritt 1: Verstehen, wer du bist und was dich belastet

Bevor ich irgendetwas anfasse, füllst du einen Patientenfragebogen aus. Du bekommst eine schriftliche Erklärung zu Nutzen und Risiken der Behandlung. Dann folgt eine ausführliche Anamnese – ein echtes Gespräch darüber, wie dein Rücken deinen Alltag beeinflusst.

Schritt 2: Den Befund verstehen – gemeinsam

Eine gezielte körperliche Untersuchung zeigt mir, wo die Ursache deiner Beschwerden liegt. Ich erkläre dir, was ich gefunden habe und warum ich welche Behandlung empfehle. Du unterschreibst die Aufklärung bewusst – weil du verstehst, was passiert, nicht weil es eine Formalität ist.

Schritt 3: Die Blockaden lösen

Gelenkblockaden – eingeschränkte, fehlbelastete Gelenke – sind häufig der Kern des Problems. Je nach Befund bereite ich die Behandlung vor und begleite sie mit Triggerpunkttherapie, Mobilisationen, Teilmassagen oder Dry Needling. Die chiropraktische Anpassung ist der Schlüsselmoment, nicht der einzige Moment.

Schritt 4: Dein Alltag wird Teil der Behandlung

Was in der Praxis passiert, reicht nicht. Du bekommst konkrete Übungsanleitungen – was du täglich tun kannst, um den Heilungsprozess zu unterstützen und deinem Nervensystem Sicherheit zu signalisieren. Begleitende Maßnahmen wie Physiotherapie oder Schmerzmedikamente werden besprochen: wann sinnvoll, wann nicht.

Schritt 5: Stabilisieren und stärken – aber erst dann

Wenn die Blockaden zuverlässig gelöst sind und die Verbesserungen stabil bleiben, beginnen wir mit gezielten Übungsprogrammen: zur Rückfallprävention, zur Beweglichkeit, zum Muskelaufbau. Nicht früher. Wer in einem sensitisierten Nervensystem oder einem blockierten Gelenk Kraft aufbaut, zementiert das Problem.

Zeit ist variabel – die Reihenfolge nicht

Wie lange die einzelnen Phasen dauern, hängt von dir ab: deinem Alter, deiner Geschichte, deinem Alltag, deiner Mitarbeit. Was nicht variiert, ist die Abfolge.

Manche Menschen sind nach 4 bis 6 Behandlungen soweit beschwerdefrei dass das Training beginnen kann. Andere benötigen 8 bis 10 Sitzungen. Das ist normal – kein Zeichen von Versagen. Der effektivste Weg, die Zeit bis zur Heilung zu verkürzen: die richtige Reihenfolge konsequent einhalten.

Heilung ist kein Zufallsprozess. Sie hat eine Logik – und dein Nervensystem braucht diese Logik, um wieder zur Ruhe zu kommen.

Dein Körper weiß, wie er heilt. Er braucht nur den richtigen Weg dafür.

Dabei geht es nicht darum, dich von Chiropractic zu überzeugen. Es geht nicht um eine bestimmte Methode, eine Ideologie oder einen Therapeuten. Es geht um dich und deine Gesundheit.

Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge für dich sinnvoll sind – und was davon Chiropractic ist, was Physiotherapie, was du selbst zuhause tun kannst und was vielleicht auch gar nicht nötig ist. Alle Optionen werden erwogen und besprochen.

Komm zu einem Erstgespräch in die Chiropractic Leipzig.

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